Überraschungen

Runde 1

Cybewulf hatte sich die erste Einheitenaktivierung erwürfelt.

Zu Beginn der ersten gemeinsamen Befehlsphase schickte der Inquisitor seinen Servoschädel (aka Cyberadler) aus, der die Stellung der Kabalenkrieger im Turmhaus ausspähte, so dass sie nicht von Deckung profitierten. Entsprechend erhielt als erstes der Executioner einen Feuerbefehl auf diesen Trupp. (Ich hasse Plasma-Panzer.) Deshalb setzte ich gleich den ersten meiner beiden Befehlspunkte für die Gefechtsoption Tödliche Täuschung des Kontingents ein. Damit kann die Einheit von nichts beschossen werden, was weiter als 18″ entfernt ist. Also änderte der Panzer sein Ziel auf den Trupp im Wald. Dank Deckung erwischte er aber nur vier.

Die Krieger am Haupthaus nahmen sich den Vertrags-Taurox vor. Der Kabalit mit der Schattenlanze landete eine Glückstreffer von 6, was dank des Vertragsbonus [Tödliche Treffer] in einer Auto-Wunde und 3 LP-Verlusten mündete. Auch die übrigen versuchten ihr Glück mit den Splittergewehren und einem Shredder. Auch hier kamen zwei Tödliche Treffer heraus, die aber keine Wunden verursachten.

In der Mitte fuhr nun der Taurox vor, der den Inquisitor und seine Leibwache aus Kasrkin transportierte. Das Fahrzeug schoss mit seiner Maschinenkanone auf den Trupp im Turmhaus und verursachte eine automatische Wunde, die der Trupp rüstete.

An dieser Stelle stellten wir uns die Frage, ob bei unserer abwechselden Einheitenaktvierung Trupps, die aus Fahrzeugen aussteigen, in der gleichen Sequenz schießen, wie das Fahrzeug, aus dem sie ausgestiegen sind. Eigentlich sind sie ab diesem Moment ja wieder autonome Einheiten. Wir kamen zu dem Schluss, dass transportierte Einheiten eine eigene Aktvierungssequenz bekommen, in der sie aussteigen und agieren gemäß dem, was die ggf. vorherige Aktion des Transporters erlaubt.

Die Drukhari ließen sich von den Vorgängen in der Mitte des Feldes nicht beeindrucken, sondern konzentrierten sich ganz auf ihr Ziel. Als nächstes landeten die Harpyien in dem Wäldchen hinter dem Haupthaus und schossen auf das Vertragsziel. Allerdings verfehlte ausgerechent die Hitzelanze. Das Schattenkatapult, das eigentlich eher gegen schwer gerüstete Infanterie gedacht ist, verursachte 5 LP-Verluste, so dass der Tautox nur noch 2 übrig hatte. Der Shredder verursachte eine Wunde, die der Taurox aber rüstete.

Die Besatzung des Taurox, Scion-Trupp blau, reagierte, stieg aus und nahm die Harpiyen unter Feuer. 9 Treffer mit HE-Lasergewehren verursachten 5 Wunden, die den Trupp bis auf die Solarite von den Schwingen holten. 6 Treffer mit 4 Auto-Wunden der HE-Salvengewehre gaben dann auch der Truppführerin den Rest.

So hätte es nicht ausgehen sollen. Ihre Waffen waren stark genug, sie hätten das grobschlächtige Gefährt der Chem-Pan-Sey augenblicklich in einen Klumpen glühenden Metalls verwandeln sollen. Doch sie hatten verfehlt, die Hitzelanze, die Schattenlanze. Immerhin hatte das Schattenkatapult dem Transporter empfindlichen Schaden mit seinen Unlichtstrahlen zufügen können. Aber es hatte nicht genügt. Die Solarite erhob sich mit ausladenden Flügelschlägen in die Luft, als ein Laserschuss die schwarzblauen Federn durchbohrte. Sie stieß einen schrillen Schrei aus. Neben ihr wurden ihre Brüder und Schwestern von weiteren sengenden Strahlen getroffen – zu viele, als dass ihre bronzegläzenden Rüstungen ihnen auf Dauer hätten standhalten könnne. Einen nach dem anderen sah die Solarite aus dem Himmel stürzen, ehe ihre eigenen Flügel die Kraft verloren und sie in die Äste der Bäume krachte.

Als nächstes versuchte die Schattenbarke mit ihrer Schattenkanone ihr Glück, verwundetet den Taurox aber nicht – dankenswerterweise, denn ohne das Kabalen- oder Gedungene-Mörder-Schlüsselwort hätte dieser Treffe nicht für die Vertragserfüllung gezählt.

Der Taurox erwiederte das Feuer, traf die Schattenbarke aber nicht.

Nun erschien der erste Trupp Mandraks und richtete seinen Frostschlag gegen den angeschlagenen Taurox, unterstützt durch die Kontingent-Gefechtsoption Maßgeschneiderte Toxine, die kritische Treffer ab 5+ ermöglicht. Mit 5 automatischen Wunden nahmen die Mandraks dem Fahrzeug einen weiteren LP ab.

Inzwischen näherte sich der dritte Taurox dem Kampfgeschehen. Zugleich tauchte der zweite Mandraktrupp auf und erledigte schließlich das Vertragsziel.

Eben hatten die Schatten der Bäume sich noch ruhig auf dem Grasboden abgezeichnet, nur bewegt vom sanften Lichtspiel der Sonnenstrahlen, die durch die windbewegten Blätter fielen. Nun schienen sie lebendig zu werden, erst kaum merklich. Nur wer genau hinsah, mochte Formen erkennen, die sich abzeichneten, nicht nur in der Ebene. Beulen schienen sich zu erheben. Zugleich waberte ein eisiger Hauch durch die Äste. Doch als die imperialen Soldaten bemerkten, was vor sich ging, war es bereits zu spät.

Gebeugte Gestalten schälten sich aus dem Schatten, ihre Haut dunkler als die Finsternis selbst. Ihre langen, weißen Haare fielen schwer wie von Frost über formlose Gesichter. Ihre bloße Anwesenheit ströhmte unsagbares Grauen aus, dem sich keiner der Männer und Frauen entziehen konnte.

Doch die Mandragcheilan hatten ein anderes Ziel – noch. Purpurnes Feuer flammte um ihre klauenbewehrten Hände auf. Eisige Flammen schossen dem bereist rauchenden Taurox entgegen. Tiefe Risse bildeten sich, wo sie auf die Panzerplatten trafe, als würde sie das Material bis jenseits des physikalisch möglichen gefrieren lassen. Schließlich barst die Hülle des Fahrzeuges und zerfiel wie schmutziges Eis.

Auf der linken Flanke griff nun der Scion-Trupp Grün ein, schockte in den Wald und nahm die Kabalenkrieger im Turmhaus unter Beschuss. Nach 4 Wunden aus den HE-Lasergewehren und 3 Autowunden und einer normalen aus den Salvengewehren standen nur noch zwei Drukhari. Der Truppführer mit seiner Plasmapistole verfehlte.

Die verbliebenen Krieger schossen zurück. Der Krieger mit dem Splittergewehr verursachten eine Wunde, die die Scions rüsteten, die Splitterkanone brachte mit Trefferhagel immerhin ihre 3 Standard-Treffer und verursachten einen LP-Verlust. Danach stürmten die Krieger in den Nahkampf. Zwar erreichten sie 2 Treffer, aber keine Wunden. Die Scions schlugen mit 10 Treffer zurück, einer davon mit der E-Faust des Truppführers, brachten aber nur 4 Wunden, die die Krieger rüsteten.

An der rechten Flanke stieg der Scion-Trupp Rot aus dem verbliebenen Taurox aus.

In der Mitte rasten nun die Hellions herein und schossen mit den Splittergeschoss-Systemen ihrer Boards auf den blauen Scion-Trupp, der vor kurzem noch die Harpyien vom Himmel geholt hatte. Sie verursachten 3 Treffer. Zwei 2er-TW konnten sie dank Synchro wiederholte, wandelten diese jedoch in zwei 1er um. Die drei Treffer brachte eine Wunde, die die Scions jedoch rüsteten.

In waghalsigen Manövern rasten die Hellions zwischen den knorrigen, knochenweißen Baumstämmen hindurch, warfen ihre Bords zur Seite, ohne auch nur das Geringste an Gleichgewicht einzubüßen, und tauchten unter tiefhängenden Ästen hindurch. Die Helliarch hatte entschieden, im Schutz des Gehölzes zuzuschlagen. Zu viele der Chem-Pan-Sey stand noch auf ihren Füßen und hielten noch ihre Waffen in Händen. Doch der Frevel, den diese Tiere begangen hatten, durfte nicht ungesühnt bleiben.

Hellions hatten einen Ruf in der Dunklen Stadt, Abschaum am Rande der erhabenen Gesellschaft, selbst bei den Hekatarii-Kulten, denen sie sich angeschlossen hatten. Prinz Quisar hatte dies jedoch nie tangiert. Und sie und ihre Gang hatten dutzendende Male mit den Harpyien um die Territorien in den Lüften zwischen den Kabalentürmen gestritten, die die chirurgisch veränderten Drukhari für sich beanspruchten. Trotz ihrer Rivalität, trotz der vehassten Überheblichkeit der Schwingenträger – kein niederes, bodenkriechendes Insekt hatte das Recht, sie aus dem Himmel zu schießen. Dies nahmen nur sie allein sich heraus. Und die Hellions würden sie dies spüren lassen.

Schlussendlich entschloss sich auch Großinquisitor Reinhard, aus dem Transporter auszusteigen. Er richteten seinen Psi-Angriff gegen die Krieger, die im Wald immer noch einen der Inquisitionsgardisten festhielten. Mit einer veheerenden Verwundung tötete er einen Drukhari, der zweite konnte gegen eine norale Wunde rüsten. Die Kasrkin seines Gefolges indessen beschossen die Kabalenkrieger am Haus und töteten sechs Drukhari.

Die Krieger im Wald wandten sich nun ihrerseits gegen die neuen Gegner und töteten einen Scion mit den Splittergewehren, während die Splitterkanone ihre drei Schüsse mit Trefferwürfen von 1, 1 und 2 verfehlte.

Damit war die erste Runde beendet.