Überraschungen

Mehrmals verschoben und nach dem richtigen Termin gesucht, dann endlich eine gefunden. Auf die Anregung hin, Cynewulf möge doch mal etwas anderes spielen als Ultramarines, konterte er, ich sollte dann auch ma was anderes nehmen als Spitzohren. Problem: Ich hab ja nichts anderes. Aber immerhin: ich hab ANDERE Spitzohren. Und einen neuen Codex zum ausprobieren.

Vom Deck der Schattenbarke überblickte Quisar die Landschaft. Eine kleine Talsenke zwischen flachen Hügeln. Irgendwann einmal musste ein ausgesprochen dummes Exemplar der Chem-Pan-Sey geglaubt haben, dies wär ein passender Ort für eine Residenz oder etwas ähnliches. Übrig waren nur noch Ruinen, die von den Bäumen des sich selbst überlassene Parks nach und nach überwuchert wurden. Eine Spielfläche ganz nach dem Geschmack des Erbprinzen von DorchKerun.

Irgendwo unter dem vielfarbigen Blätterdach irrten vier dieser Kreaturen herum, die mit ihre niederen Instinkten und primitiven Laserwaffen kaum die Bezeichnung Krieger verdienten. Vielleicht versteckten sie sich auch in den Ruinen wie Insekten, die das Licht scheuten.

Allerdings waren sie auch nicht das eigentliche Ziel, sondern der Köder. Manche Chemp-Pan-Sey hatten eine seltsame Angewohnheit, die Quisar vermutlich nie ganz verstehen würde, aber um so lieber nutzte: sie neigten dazu, ihren Brüdern zu Hilfe zu kommen.

Er war gespannt, welche neue Beute die vier Exemplare anlocken würden.

Meinem letztes Spiel mit den Drukhari lief noch mit den Index-Datenkarten und dem Standard-Kontingent und war ein ziemliches Desaster. Drukhari sind halt noch mehr Glaskanonen, als Aeldari eh schon sind. Deshalb war ich etwas skeptisch und bin von vorn herein mit der Haltung rangegangen: probieren wird doch einfach mal aus, was der Codex so bietet.

Ich hab mich dann für das Kabalenkartell-Kontingent entschieden, hauptsächlich, weil ich dafür die die meisten passenden Einheiten habe, und weil es zur erzählerischen Idee des Spiels am besten passt. Trotzdem musste ich nicht nur mit einem Trupp Hellions auffüllen (was ja ganz passend ist, da Quisar sich regelmäßig mit unstandesgemäßer Gesellschaft umgibt), sondern einen Trupp Krieger aus der Kiste kramen, in der ich alle alten Dark-Eldar verstaut habe.

Kabalen-Kartell
  • 1 Archon mit Peiniger und Seelenfalle
  • 3×10 Kabalenkrieger-Trupps
  • 5 Incubi2x10 Mandraks
  • 5 Harpiyen mit Hitzelanze, Schattenlanze, Schattenkatapult und Shredder, Sybarit mit E-Waffe und Schattenpistole
  • 5 Hellions, Helliarch mit E-Waffe und Splitterpistole1
  • Schattenbarke mit Schattenkanone

Cynewulf hat dann auch Wort gehalten und KEINE Ultramarines aufgestellt.

Astra Militarum
  • 3×10 Scions mit 2 Salvengewehren
  • 10 Kasrkins
  • 3 Taurox
  • 1 Leman Russ Executioner
  • Überraschung: Großinquisitor Cornelius Reinhardt (Coteaz)

Wir habe dann hinterher festgestellt, dass, schlüsselwortmäßig, Coteaz sich weder den Kasrkin hätte anschließen können, noch im Taurox mitfahren. Wir haben uns dann aber gedacht: egal, Storytelling geht vor.

Die Verbesserung Spionage-Netzwerk aus dem Kabalenkartell-Kontingent erlaubt es, bis zu drei Kabalenkrieger- oder Hand des Archons (die hab ich noch nicht fertig)-Einheiten als Infiltratoren aufzustellen. Alle übrigen Einheiten meiner Aufstellung waren Schocktruppen (einschließlich Quisar mit den Incubi in der Schattenbarke). Entsprechend hatte Cynewulf die Armeeaufstellung ganz für sich alleine. Er entschied sich dann, einen Trupp seiner Scions ebenfalls als Schocktruppen in der Reserve zu lassen.

Quisar beobachtete, wie die drei grauen, kastenförmigen Gefährte der Chem-Pan-Sey träge über die Hügelflanken krochen. Die Fahrzeuge schienen leicht bewaffent. Fußtruppen waren keine zu sehen, es musste sich also um Transporter handeln. Lediglich das Kettengefährt auf dem linken Plateau war augenscheinlich schwer bewaffent. Dies galt es, soweit wie möglich zu meiden.

Drei Trupps Kabalenkrieger verteilten sich in den Ruinen und Gehölzen. Ihnen kam es zu, die Chem-Pan-Sey in die richtige Richtung zu locken – dorthin, wo die übrigen Krieger im Netz der Tausend Tore warteten. Es war an der Zeit, das erste Ziel für die Teinehmer der Jagd auszuwählen.

Für dieses Spiel hatte ich eine Mission für ausgeglichenes Spiel aus dem Regelbuch der 9. Edition ausgesucht und leicht angepasst. Als Missionszielmarker dienten vier meiner Inquisitions-Gardisten. Für das Halten eines oder zweier Missionsziele erhielt jeder Spieler 5 Siegpunkte, 5 weitere für zwei oder mehr, nochmal 5 für mehr als der Gegener. Außerdem habe ich für jede Fraktion eine sekundäre Missionsziel vorgesehen:

  • Für die Drukhari: 1 Punkt für jedes getötete (gefangene?) Modell, 10 für ein Modell mit 10 oder mehr LP. Die Summe wird am Ende durch 10 geteilt und so die Siegpunkte ermittelt.
  • Für die Imperiale Armee hatte ich Cynewulf Punkte für jede vernichtete Einheit vorgeschlagen, er zog aber das Töten des Kriegsherren vor, was ihm 6 Siegpunknte einbringen würde.

Die Kontingentsregel des Kabalenkartells lässt außerdem zu Beginn der ersten Runde eine feindliche Einheit als Vertragsziel festlegen. Kabalen- und Gedungene-Möder-Einheiten erhalten dadurch eine Bonus-Waffenfähigkeit gegen die Zieleinheit. Wenn das Ziel durch eine Einheit mit dem Kabalen- oder Gedungene-Mörder-Schlüsselwort vernichtet wird, erhält die Armee außerdem in der nächsten Befehlsphase drei zusätzliche Schmerzmarker, die die Einheiten für die Aktivierung von Sonderregeln benötigen.

Erstes Vertragsziel war der Taurox auf der rechten Flanke.